Ortsnamen auf –beud, -bad, -büd finden sich im gesamten deutschen Sprachgebiet und darüber hinaus. Das sorbische Budysin (Bautzen), das polnische Bytom (Beuthen in Oberschlesien) und die tschechichen und mährischen Budovice (Budweis und Budwitz) zeigen die weite Verbreitung, wie auch die norddeutschen Ortsnamenendungen auf –büttel (z.B. Wolfenbüttel, Isenbüttel, Hankensbüttel usw.).

Im französisch-deutschen Übergangsgebiet von Botrange im Hohen Venn, bis zu Bethoncourt in den Südvogesen, findet sich die Anfangssilbe auf büd-, bed- besonders häufig in den Orts- und Geländenamen, wobei sich die Gelände- oder Flurnamen nicht selten auf abgegangene Siedlungen zurückführen lassen. Solche Orte sind unter vielen anderen: Bitburg und Bettingen in der Eifel, Bettembourg/Bettemburg und Petange/Petingen in Luxemburg, Püttlingen im Saarland, Puttelange/Püttlingen bei Diedenhofen, Puttelange aux Lacs/Püttlingen und Bitche/Bitsch in Lothringen.

Allein schon diese Aufzählung zeigt, dass wir es hier mit einer Ortsnamenverdichtung zu tun haben und nicht mit einer gleichmäßig flächendeckenden Verteilung. Auch in Bayern und Baden Württemberg lassen sich solche verdichtete Ortsnamengruppierungen nachweisen, in denen dann auch der Familienname Beutler beheimatet ist.

Solche Verdichtungszonen gibt es vor allem im Allgäu, in Hohenlohe, am mittleren und oberen Neckar und im Hegau, während das Gebiet der Schwäbischen Alb, mit Ausnahme der beiden Böttingen bei Ulm und Spaichingen, sowie Buttenhausen und Nitz, nicht miteinbezogen zu sein scheint.

Der folgenden umfangreichen Oberschwaben-Allgäu Gruppe dürfte der bereits 1257/65 erwähnte Hainricus dictus Biuteli/Biutelär entstammen. Sie reicht von Aulendorf im Nordwesten bis Großholzleuten im Südosten, wobei die Bezirke um Ravensburg-Weingarten und Wangen-Leutkirch-Isny besondere Schwerpunkte bilden:

  • Beutels bei Aulendorf
  • Bottenreute bei Ravensburg
  • Bettenreute bei Ravensburg
  • Bodnegg bei Ravensburg
  • Bettenweiler bei Meckenbeuren
  • Bettenweiler bei Horgenzell
  • Bettmauer (röm. Kastell Vemania) bei Isny-Großholzleute
  • Butzenberg bei Weingarten
  • Buttenmühle bei Horgenzell
  • Betznau bei Kreßbronn
  • Beutelsau bei Wangen
  • Bietenweiler bei Wangen
  • Bettlensweiler bei Wangen
  • Bettelhofen bei Leutkirch
  • Boden bei Isny

Die Ortsnamengruppe um Wangen-Leutkirchen-Isny rückt in auffallende räumliche Nähe zu den freibäuerlichen Genossenschaften von Eglofs und auf der Leutkircher Heide. Diese freie Rechtsform können wir auch bei den bayrischen Beutellehen beobachten.

Der verhältnismäßig kleinen Gruppe um Ulm. Mit Butzental, Böttingen, Bettighofen und Beutelreusch, können wir den um 1220 erwähnten Ulrici Butiezzi zuordnen.

Größere Gruppierungen finden sich im Kocher-, Jagst- und Taubertal, zwischen Heilbronn und Würzburg, mit den entsprechenden Personennamennennungen. Direkt südlich schließt sich dann um Zaber, Enz, Murr und Rems die ausgedehnte Gruppe des mittleren Neckarraumes an:

  • Botenheim bei Brackenheim
  • Groß- und Kleinbottwar
  • Botnang bei Stuttgart
  • Bittenfeld bei Waiblingen
  • Beutelsbach bei Waiblingen
  • Die sogenannte Biet mit Erbstetten, Burgstall und Weiler zum Stein bei Backnang
  • Die Beutau-Vorstadt in Esslingen
  • Beutenhof und Beutenmühle bei Lorch
  • Bettringen bei Schwäbisch Gmünd,

östlich flankiert von einer Gruppe um Spraitbach-Gaildorf-Rosenberg, die wohl mit den Freien der Waibelhube und dem Gericht der sogenannten Siebzehner zusammenhängen dürfte. Die Gruppe um Groß- und Kleinbettlingen, dem abgegangenen Bütensulz, dem Betzenberg bei Waldenbuch und Betzingen bei Reutlingen dürfte für die Entstehung des Namens Püttel und Püttelin in Neuffen verantwortlich sein.

Von Rottenburg zieht sich dann den oberen Neckar entlang wieder eine ausgedehnte Gruppe, um:

  • Bodelshausen
  • Bietenhausen
  • Bittelbronn bei Haigerloch
  • Betra bei Horb
  • Bittelbronn bei Horb
  • Bettenhausen
  • Betzweiler
  • Peterzell (?) bei Alpirsbach

Zu dieser Gruppegehört sich auch noch der Bereich um Herrenberg mit der 1326 erwähnten Beutenmühle und das Gebiet um Oberjettingen-Rotfelden-Rohrdorf.

Nördlich von Freiburg/Breisgau lassen sich die im Tennenbacher Güterbuch erwähnten buttel und büttinen Namen auf die freien Bauern, des um Biederbach gruppierten Freiamtes, zurückführen.

Und schließlich ist die Hegau-Gruppe, mit Bittelbrunn bei Engen, Bittelschieß bei Krauchenwies, Bietingen bei Gottmadingen und Bettmaringen bei Stühlingen, um die karolingische Pfalz Bodman gruppiert.