Bahlow und Grimm reihen den Familiennamen Beutler in die neuzeitlichen Handwerkernamen ein und meinen, der Familienname hätte sich aus der Anfertigung von meist aus Leder bestehenden Beuteln ergeben. Zu dieser Tätigkeit des Beutelschneidens fügt Fischer noch diejenigen des Mehlbeutelns oder Mehlsiebens hinzu.

Doch die von Buck vorgenommene Ableitung der Beutenmühle von dem Schlagen, Walken und Stampfen, lehnt er ab, womit er sicher recht hat. Beutenmühlen unterscheiden sich von anderen Mühlen, z.B. den Ödenmühlen, eben nicht durch die technische Ausstattung, sondern durch ihre andere soziale und rechtliche Zuordnung. Bei der Rotfelder Ödenmühle lässt sich dieser Zusammenhang sehr schön nachweisen.

Im übrigen zeigt sich die weite geographische Streuung des Namens Beutler, von Lothringen bis Kärnten, dass er in weit zurückliegende geschichtliche Zusammenhänge zurückreicht. Aus diesen alten Verankerungen und Verwurzelungen ist dann der Name Beutler vom 14. bis 16. Jahrhundert gleichzeitig an vielen Orten als erblicher Familienname entstanden, wobei die einzelnen Namenträger gar nicht miteinander verwandt zu sein brauchen.
Bei unserem geographischen Streifzug konnten wir die Feststellung machen, dass dort, wo es besondere Verdichtungen der Namen auf beut gibt, auch alte freiheitliche Rechtsformen vorherrschen. Die Rechtsform der bayrischen Beutellehen bestätigt diese Beobachtung.

Wenn im Rotfelder Raum völlig unterschiedliche neuzeitliche Wortformen, wie z.B. der Büttinen Graben, das Betschle, der Pittels Wald, der Bettenberg, die Beutelsteig und das Beutlerholz auf dieselben sozial- und rechtsgeschichtlichen Zusammenhänge verweisen, so ist klar, dass es sich dabei um sehr alte Rechts- und Sozialformen handeln muss. Sie sind auch in der mittelalterlichen Rechtssprache enthalten, in Gebot und Verbot, in Büttel und Gebüttel, in Bieter und Gebieter und schließlich auch in Biet = Gebiet. Wobei sich die Biet und die Büttin von einer weiblichen Person als Gebieterin und Herrin herleiten.

Die sehr alte weiblich-matriarchale Rechtsform der sogenannten familie = Hausgenossenschaft ist auch im Namen Zebanasch enthalten. Der Zeban, Züban oder Zuppan entspricht dem slavischen Supan = Hausherr. Die Zupania ist die Hausherrschaft über die Schutzbefohlenen (familie), die sich vor Gericht nicht selbst vertreten können oder dürfen.
Die Beutler und ihre Vorfahren, die Ungericht und Zebanach, haben in Rotfelden, Rexingen und Oberiflingen für Kloster Stein/Rhein Rechts- und Verwaltungsgeschäfte ausgeübt.